
IDENTITÄT IM KIEZ: ERZÄHLFORMATE FÜR GEMEINSCHAFT
(2020 - 2021)
Geschichten verbinden – auch über Distanz hinweg. Mit dem Projekt „Identität im Kiez“ wurde ein Raum geschaffen, in dem persönliche Erfahrungen, Nachbarschaft und Teilhabe zusammenfinden. Aus Erzählformaten entstanden neue Netzwerke, aus einem Festival eine Bewegung.
ERZÄHLEN ALS BRÜCKE
Ob digital, am Küchentisch oder am Lagerfeuer – Geschichten verbinden Generationen, Sprachen und Lebenswelten.
BARRIEREFREI UND MEHRSPRACHIG
Inhalte auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch – mit Rampen und offenen Formaten für alle zugänglich.
EIN FESTIVAL WÄCHST
Das erste Berliner Erzählfestival wurde zum jährlichen Highlight und zählt heute zu den festen Formaten im öffentlichen Raum.
„Identität im Kiez“ war mehr als ein Projekt – es wurde zu einer Plattform für kreative, erzählbasierte Beteiligung. Ursprünglich im Rahmen des Programms „Bildung im Quartier (BIQ)“ gestartet, verankerte es sich tief in der Nachbarschaft rund um den Schillerkiez. Ziel war es, mit erzählgenerierenden Formaten neue Verbindungen zu schaffen – zwischen Menschen, Geschichten und Orten. Im Zentrum stand das zweitägige Erzählfestival am Herrfurthplatz, das 2021 Premiere feierte. Mit Küchentischen im öffentlichen Raum, spontanen Gesprächsinseln, Musik, Performances und Mitmachaktionen wurde der Platz zur Bühne für gelebte Nachbarschaft. Die Besucher*innen brachten ihre Geschichten mit – und gingen mit neuen Perspektiven.
Besonders in Zeiten der Pandemie zeigte das Projekt seine Stärke. Workshops fanden online statt, Geschichten wurden als Podcasts veröffentlicht, Begegnung wurde digital gedacht. Auf der interaktiven Website kiezbegegnung.de/kiezstories finden sich bis heute Erzählungen, Stimmen und Eindrücke aus dem Kiez – mehrsprachig, zugänglich, berührend. In den Jahren 2022 und 2023 wurde das Festival im Rahmen der „Draußenstadt“-Förderung weitergeführt und entwickelte sich zum 1. und 2. Berliner Erzählfestival – mit stetig wachsender Beteiligung. Hunderte Gäste kamen zusammen, rund 100 aktive Mitwirkende gestalteten das Programm mit. Formate wie das Erzähl-Lagerfeuer oder thematische Kiezspaziergänge machten Geschichten nicht nur hörbar, sondern erlebbar. Dabei wurde auf Barrierefreiheit ebenso geachtet wie auf kulturelle Offenheit – mit Übersetzungen in mehreren Sprachen, rollstuhlgerechten Zugängen und viel Raum für Spontanität. „Identität im Kiez“ hat damit weit über das Projektende hinaus gewirkt: als Impulsgeber, als Plattform, als Fundament. Die erzählorientierte Arbeit ist heute fester Bestandteil der interkular-Philosophie – und prägt die Praxis im ersten dezentralen Stadtteilzentrum Berlins bis heute.




